GartenRund ums HausLaubbläser oder Laubsauger – was ist besser?

13. November 2018

Mit Beginn der Herbsttage ist es wieder so weit – viele Bäume lassen ihre Blätter fallen. Was beim Spaziergang durch die Natur noch ein toller Anblick ist, kann auf Privatgrund schnell zur Last fallen und viel Arbeit bedeuten. Mit einem Laubbläser oder Laubsauger kann man dem Teppich aus störendem Blattwerk zu Leibe rücken. Für welche Bauart man sich dabei entscheiden sollte, hängt von einigen wichtigen Faktoren ab. Unser Beitrag verschafft Klarheit!

Geht es um privates Gelände wie zum Beispiel den eigenen Garten, dann unterliegt es der freien Entscheidung, ob man das heruntergefallene Laub entfernt oder nicht. Grenzt das eigene Grundstück allerdings an öffentliche Gehwege, Plätze oder Straßen an, ist man per Gesetz verpflichtet das Laub zu entfernen, da es eine Gefahrenquelle für Mitmenschen darstellen kann.

Da man durch die Bäume auf seinem Grundstück bzw. das Laub eine potentielle Gefahr erzeugt, unterliegt man der Pflicht der Verkehrssicherung und muss Dritte vor dieser Gefahr (beispielsweise durch Rutschen) bewahren.

Man hat dabei grundsätzlich die Wahl zwischen manuellen Gerätschaften wie Harke und Rechen oder motorbetriebenen Alternativen wie Laubbläser oder Laubsauger. Wie die beiden Letztgenannten grundsätzlich funktionieren, welche Varianten es gibt, was es bei der Verwendung zu beachten gibt und wo die jeweiligen Vor- und Nachteile von Laubbläser und Laubsauger liegen, haben wir im Folgenden aufgeführt.

Worin liegen die Unterschiede einzelner Modellvarianten?

Generell kann man bei Laubbläsern und Laubsaugern zwischen drei verschiedenen Modellvarianten unterscheiden. Die Unterschiede beziehen sich allein auf den Betrieb des jeweiligen Geräts. So gibt es Modelle, die mit einem Akku, mittels Stromkabel oder einem Verbrennungsmotor angetrieben werden.

Geräte mit Akkubetrieb erlauben eine große Bewegungsfreiheit des Nutzers, zudem sondert es keine Emissionen ab und ist im Vergleich leichter und leiser als die anderen Varianten. Allerdings ist hier oftmals die Leistung nicht ganz so hoch und der Akku muss recht häufig geladen werden.

1. Unterschied: Stromkabel

Ein Laubbläser oder Laubsauger, der über Stromkabel angetrieben wird, hat den großen Vorteil, dass er dauerhaft mit Energie versorgt werden kann und man nicht auf Akku oder Benzinstand angewiesen ist. Jedoch sollte bedacht werden, dass man durch das Kabel in der Bewegungsfreiheit und im Nutzungsradius deutlich eingeschränkter ist. Für kleinere Gärten ist diese Variante durchaus eine Alternative.

2. Unterschied: Verbrennungsmotor

Die Variante mit Verbrennungsmotor kann im Vergleich durch seine hohe Leistung punkten, wodurch sie sich auch bei der Entfernung von nassem und dadurch schwerem Laub eignet. Zudem muss man nicht warten, bis der Akku aufgeladen ist und kann direkt weiterarbeiten, sobald man Benzin nachgefüllt hat. Dadurch eignet sich solch ein Gerät auch für große Gärten, wobei bei längerer Benutzung das höhere Gewicht des Motors im Vergleich zum Akku zur Belastung werden kann. Ein weiterer Nachteil ist die hohe Lautstärke, die nicht nur den Benutzer, sondern auch andere Personen belästigen kann. Außerdem schädigen Lautstärken von über 100 dB, die leistungsstarke Geräte erreichen, auf Dauer das Gehör.

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3. Unterschied: Akkubetrieb

Modelle mit einem Akku sind in Sachen Bewegungsfreiheit auf jeden Fall sehr von Vorteil. Auch sind diese leichter als Modelle mit einem Motor, jedoch eignen sich Akku-Laubsauger nicht für eine stundenlange Verwendung, da hier der Akku entsprechend oft aufgeladen werden muss.

Wie funktioniert ein Laubbläser?

Ein Laubbläser pustet dem Laub einen starken Luftstrom entgegen und wirbelt es damit auf. Die Richtung des Gebläses bzw. des Rohrs wird dabei so eingestellt, dass man das Laub an einer Stelle auf einem Haufen sammeln kann. Damit ist der Laubbläser eine elektrische Alternative zum manuell betätigten Rechen und vereinfacht das Entfernen von Laub auch auf größeren Flächen.

Wie funktioniert ein Laubsauger?

Ein Laubsauger klingt nicht nur ähnlich wie Staubsauger, sondern funktioniert auch sehr ähnlich. Er wird, genau wie der Laubbläser elektrisch oder mittels Verbrennungsmotor angetrieben. Der Laubsauger saugt Blätter, kleine Äste und sonstigen Grünschnitt ein, und sammelt es in einem Auffangbehälter.  Manche Geräte verfügen zusätzlich über einen Häcksler, der das Laub stark zerkleinert, was eine deutlich größere Aufnahmemenge ermöglicht.

Wo kann man einen Laubbläser oder Laubsauger verwenden?

Prinzipiell unterscheidet man beim Einsatzbereich von Laubbläsern und Laubsaugern nicht. Die häufigste Verwendung ist im Herbst zur Entfernung von Laub auf Gehwegen, Gärten und Terrassen. Auch kleinere Äste oder Nadeln von Kiefer, Tanne und Co. lassen sich mit den Geräten beseitigen. In den anderen Jahreszeiten lassen sich Laubbläser und Laubsauger zum Einsammeln von geschnittenem Grüngut wie etwa von Hecken, Sträuchern oder auch von kleinerem Unkraut verwenden.

Laub auf dem Boden, Herbst, im Wald
Falls das Laub von eigenen Bäumen und Sträuchern auf öffentliches Gelände fällt, ist man verpflichtet, dieses zeitgemäß zu entsorgen. Die Unfallgefahr durch Ausrutschen ist hier in den Herbstmonaten sehr groß. Laubbläser oder Laubsauger helfen beim Entsorgen.

Lesetipp: Diese Pflanzen verschönern den Garten im Herbst und im Winter

Was muss man bei der Verwendung von Laubbläser oder Laubsauger beachten?

Bevor man mit Laubbläser oder Laubsauger zu Werke geht, sollte man in puncto Sicherheit einiges beachten. Aufgrund des vor allem bei Geräten mit Verbrennungsmotor sehr hohen Geräuschpegels von bis zu 90 dB, sollte während dem Betrieb dringend ein Gehörschutz getragen werden, um Langzeitschäden des Gehörs zu vermeiden.

Weiterhin sollte neben Garten-Handschuhen und einem festen Schuhwerk vor allem bei Verwendung eines Laubbläsers auch eine Schutzbrille getragen werden, um Verletzungen durch aufgewirbelten Staub oder Steine zu vermeiden.

Heruntergefallene Blätter
Sieht zwar schön aus, hat aber auf öffentlich zugänglichem Gelände nichts zu suchen: Herbstlaub.

Ebenfalls darf das Gerät bei laufendem Motor nicht außer Acht gelassen werden. Bei Geräten mit Benzinmotor muss dieser beim Nachfüllen von Kraftstoff stets ausgeschaltet werden. Bei Unsicherheiten sollte die Bedienungsanleitung zu Rate gezogen oder der Hersteller kontaktiert werden.

Wann ist der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern erlaubt?

Grundsätzlich ist der Einsatz von Laubbläsern oder Laubsaugern auf privatem Grund und Boden nicht verboten, jedoch durch den §7 der Maschinenlärmschutzverordnung im Rahmen des Bundesimmisionsschutzgesetzes geregelt. Diese gibt die erlaubten Betriebszeiten für diese Geräte zur Vermeidung einer Ruhestörung vor. So dürfen Laubbläser und Laubsauger an Werktagen von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden.

Zusätzlich können je nach Gemeinde oder Stadt andere Verordnungen gelten, die im Einzelfall zu erfragen sind. Die Verordnung gilt allerdings nicht für Gebiete, die nicht als Wohnraum genutzt werden, z.B. in Gewerbe- oder Industriegebieten. In diesen kann der Geräuschpegel im Vergleich generell höher liegen, weshalb es keiner Maßnahmen bezüglich dessen Regelung gibt.

Achtung Ausnahme!
Verfügt der Laubbläser oder Laubsauger über ein EG-Umweltkennzeichen, ist dieser als geräuscharm klassifiziert. Das bedeutet, dass diese Geräte an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr durchgängig zum Einsatz kommen dürfen. Es ist jedoch für Mieter empfehlenswert, sich an die allgemein geltenden Ruhezeiten zu halten.

Was ist in welcher Situation besser? 

Allgemein kann man sagen, dass sowohl der Laubbläser als auch der Laubsauger im Vergleich zu herkömmlichen Geräten wie einem Rechen eine deutliche Zeitersparnis und Arbeitserleichterung bieten, da die Anwendung deutlich rückenschonender ist. Jedoch sind sie abgesehen von akkubetriebenen Geräten sehr laut und belasten die Umwelt durch Emissionen. Daher gilt es grundsätzlich abzuwägen, welches Gerät in Frage kommt. Folgende Punkte sprechen für und gegen den Laubbläser:

Vor- und Nachteile eines Laubbläsers

VorteileNachteile
Besitzt keinen Behälter, den man leeren mussDas Laub muss eingesammelt werden
Kleinsttiere im Laub werden lediglich weggeblasen und nicht zerhäckseltDie Laufhaufen sind anfällig für Wind
Der Schmutz wird vom Boden auf der ganzen Fläche verteilt
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Vor- und Nachteile eines Laubsaugers

VorteileNachteile
Das Laub wird direkt im Behälter gesammelt und nicht verteiltDer Behälter muss häufig geleert werden
Es wird kein zusätzlicher Dreck aufgewirbeltKleinsttiere werden eingesogen und durch den Häcksler getötet
Der Häcksler erleichtert das KompostierenProbleme mit feuchtem Laub
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Laubbläser oder Laubsauger – unser Fazit!

Die genannten Vor- und Nachteile machen die Entscheidung darüber, ob man sich einen Laubbläser oder Laubsauger anschafft, abhängig von der Größe der zu bearbeitenden Fläche und den herrschenden Wetterbedingungen. Oben genannte Kriterien wie Emissionen, Lautstärke oder Leistung sind dabei unabhängig zu betrachten, da diese lediglich abhängig vom Antrieb der jeweiligen Modellvariante sind und nicht auf eine der beiden Gerätekategorien anzuwenden sind. Wie bereits erwähnt, eignen sich kabelgebundene Varianten eher für kleinere, akku- oder benzinbetriebene auch für größere Flächen.

Ansammlung von Laub im Wald, Herbstmonate, kalt und nass
Im Wald gerne gesehen, auf Straßen und Gehwegen stellt nasses Laub aber eine große Rutschgefahr dar.

Laubbläser bei großer Fläche

Die Anschaffung eines Laubbläsers empfiehlt sich bei einer großen Fläche, die er zwar nicht sauber, sondern dafür mit aufgetürmten Laubhaufen hinterlässt. Dennoch spart dieser im Vergleich mit einem Laubsauger deutlich Zeit, da er über keinen Behälter verfügt, der häufig geleert werden muss. Auch bei Niederschlag und hoher Luftfeuchtigkeit ist der Laubbläser eine gute Wahl, da er mit feuchtem Laub besser zurechtkommt als ein Laubsauger.

Laubsauger bei kleiner Fläche

Besitzt man jedoch eine kleinere Fläche, die es von Laub zu befreien gilt, empfiehlt sich hingegen ein Laubsauger, da dieser den Garten direkt sauber hinterlässt und man das Laub nicht mehr aufsammeln muss. Dieses wird praktischerweise bereits in einem Behälter gesammelt und mit dem integriertem Häcksler bereits optimal für die Biotonne zerkleinert oder für den Komposter vorbereitet. Einen weiteren Vorteil bietet der Laubsauger während starkem Wind, da dieser das Laub direkt aufsaugt.

Dadurch kann die Arbeit nicht wie bei einem Laubbläser durch eine Windböe zunichte gemacht werden, die den fein säuberlich aufgetürmten Laubhaufen zerstreut. Wer keinen Favoriten ausmachen konnte, kann auch auf entsprechende Kombigeräte zurückgreifen, welche die Funktionen eines Laubbläsers mit der eines Laubsaugers vereinen. Somit kann man das Laub erst an einer Stelle sammeln und anschließend aufsaugen und mit dem Häcksler zerkleinern.

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