Rund ums HausWie bleibt der Weihnachtsbaum lange frisch?

10. Dezember 2018

Alle Jahre wieder schmückt er Millionen von deutschen Wohnzimmern – der Weihnachtsbaum. Damit er nicht so schnell die Nadeln fallen lässt und über die Festtage seinen Glanz behält, kommt es vor allem auf die richtige Pflege an. Wie man den Tannenbaum auf Frische prüft und am besten lagert, wann der richtige Zeitpunkt ist, diesen reinzuholen und aufzustellen, wie man ihn richtig anschneidet, welche Art von Baum am längsten hält und ob man den Christbaum wässern sollte, zeigt unser Bericht!

Wie erkennt man einen frischen Weihnachtsbaum?

Bevor es an die Lagerung geht, sollte man sich bereits beim Kauf des Tannenbaums vergewissern, dass dieser frisch geschlagen wurde. Schlägt man diesen selbst oder lässt ihn schlagen, sollte dieser zwei oder drei Tage liegengelassen werden, damit Chlorophyll und Gase entweichen können, was die Haltbarkeit verbessert. Generell sollte man möglichst frische Christbäume kaufen, da sonst die Haltbarkeit selbst bei optimaler Lagerung stark eingeschränkt sein kann. Daher sollte man beim Kauf die Schnittfläche überprüfen.

Ist diese hell, wurde der Weihnachtsbaum erst kürzlich gefällt. Steht dieser schon längere Zeit beim Händler, färbt sich die Schnittfläche dunkler und wird grau oder sogar schwarz. Zudem sollte man den Nadeltest machen. Weder beim Aufstoß auf dem Boden oder dem Darüberziehen darf der Baum nadeln. Ebenfalls kann man die Frische erkennen, indem man die Rinde an einer kleinen Stelle leicht abkratzt. Ist die unmittelbar darunter liegende Bastschicht noch etwas feucht, ist der Tannenbaum frisch.

Wie sollte man den Weihnachtsbaum lagern?

Um eine längere Haltbarkeit des Christbaums zu gewährleisten, sollte dieser bis zum Aufstellen in Haus oder Wohnung an einem kühlen, schattigen und windgeschützten Ort gelagert werden. Dazu bieten sich Kellerräume oder ungeheizte Garagen an. Das Netz kann dabei ohne Bedenken am Baum gelassen werden. Weiterhin sollte der Weihnachtsbaum zur Versorgung in einen Eimer mit Wasser gestellt werden. Wer an genannten Orten keinen Platz hat, kann den Tannenbaum auch draußen im Garten oder auf dem Balkon bzw. der Terrasse lagern.

Die Temperaturen sollten dabei idealerweise unter 10 Grad betragen. Bei der Außenlagerung empfiehlt sich allerdings, den gefüllten Eimer wegzulassen, da das Wasser gefrieren könnte, was dem Baum schaden kann. Die Wasserversorgung sollte daher lediglich an frostfreien Orten zum Einsatz kommen.

Achtung! Bei der Lagerung in einer Garage sollte man es zum Wohle des Weihnachtsbaums vermeiden, dass dieser in Kontakt mit Streusalz gelangt, der sich an den Autoreifen und deren Umgebung befinden kann.

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Wann sollte man den Weihnachtsbaum aufstellen?

Da der Christbaum in der Regel etwa zwei Wochen im Warmen stehen muss, nämlich von Heiligabend bis zum Dreikönigstag, sollte dieser erst kurz davor in der Wohnung aufgestellt werden. Damit der Tannenbaum seine Äste nach der Lagerung im Netz wieder neu ausrichten und damit seine ganze Pracht entfalten kann, sollte man diesen allerdings nicht erst direkt vor dem Schmücken ins Haus holen.

Ein bis zwei Tage vorher sind hier zu empfehlen. Optimalerweise sollte man auch einen direkten Temperaturschock vermeiden, indem man den Weihnachtsbaum direkt von kühlen Temperaturen draußen in das beheizte, wohlig warme Zimmer stellt. Einen Tag Zwischenlagerung in einem kühleren Raum wie z.B. dem Keller sollte man dem Baum gönnen. Erst wenn dieser sicher im Ständer fixiert und ausgerichtet ist, wird das Netz von unten nach oben aufgeschnitten und entfernt.

Für ein saftiges Grün in den Weihnachtswochen sollte der Weihnachtsbaum von Beginn an richtig gepflegt werden.

Bezüglich der Haltbarkeit des Weihnachtsbaums ist die Wahl des richtigen Standorts ebenfalls stark mitentscheidend. Man sollte grundsätzlich darauf achten, dass der Baum eher kühl und nicht in der Nähe von Heizkörpern, Kaminen oder Öfen aufgestellt wird. Ebenso zu vermeiden sind direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft. Ansonsten muss man mit einer schnellen Austrocknung des Tannenbaums rechnen, der dann seine Nadeln verliert. Regelmäßiges Lüften des Raumes, in dem sich der Baum befindet, ist allerdings zu empfehlen.

Schwierig wird es in Sachen Austrocknen allerdings bei Fußbodenheizungen, die sowohl den unteren Bereich des Baums samt der Schnittfläche als auch das Wasser im Christbaumständer stark erhitzen können. Da die Wärme der Fußbodenheizung aufsteigt, schafft selbst ein Podest keine Abhilfe, auf dem der Christbaum platziert wird. Um vorzeitiges Nadeln zu verhindern, hilft nur, die Temperatur der Heizung nach unten zu regulieren.

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Wie sollte man den Weihnachtsbaum anschneiden?

Auch wenn der Weihnachtsbaum eventuell besser in die Aufnahme des Christbaumständers passt, sollte von einem Anspitzen des Stammes dringend abgeraten werden. Dabei würde nämlich die äußere Rinde entfernt werden, die der Baum zur Wasserversorgung benötigt. Das benötigte Wasser nimmt dieser zwischen der Rinde und dem Holz des Stammes auf, was nach dem Anspitzen fast nicht mehr möglich wäre. Um eine optimale Wasserzufuhr und damit eine längere Lebensdauer des Christbaums zu gewährleisten, sollte man eine dünne Scheibe des Stammes an der Schnittstelle abschneiden, damit sich die Poren öffnen. Diese Kürzung sollte man direkt vor dem Aufstellen des Tannenbaums im Christbaumständer vornehmen. Wie das genau funktioniert, zeigt folgendes Video:

Welcher Weihnachtsbaum hält am längsten?

Die üblichen Fichtenarten, die häufig als Weihnachtsbaum verwendet werden wie die Rotfichte oder die Blaufichte sind zwar recht preiswert, jedoch können beide Arten recht schnell nadeln und zeichnen sich daher nicht wirklich durch Langlebigkeit aus. Je nach Temperatur können die üblichen zwei Wochen Standdauer im Warmen den Fichten stark zusetzen, sodass man nicht mehr die volle Pracht genießen kann. Tannenarten wie die beliebte Nordmanntanne oder die Edeltanne zeichnen sich dagegen durch eine sehr hohe Festigkeit der Nadeln aus. Sie sind im Vergleich zwar recht teuer, jedoch halten diese in Haus oder Wohnung bis zu vier Wochen aus, ohne dass ihre Optik stark leidet oder sie viele Nadeln verlieren.

Die Edeltanne, die auch als Nobilis-Tanne bezeichnet wird, ist dabei in Sachen Langlebigkeit der absolute Dauerläufer und verliert bei entsprechender Pflege keine oder nur sehr wenige Nadeln. Wer nachhaltig denkt, kann sich auch einen Weihnachtsbaum mit Wurzelballen oder in einem Topf zulegen. Dieser sollte jedoch auch regelmäßig gegossen werden und nicht länger als zwei Wochen im Warmen stehen, da er später im Freien geringere Überlebenschancen hat.

Tipp! Die Kiefer findet bisher als Weihnachtsbaum nur sehr selten Einzug in deutsche Wohnzimmer, ist jedoch für diesen Zweck sehr gut geeignet. Sie ist sowohl optisch ein Highlight und hält sich, ähnlich wie die Tanne, bei guter Pflege lange Zeit frisch.

Muss man Weihnachtsbäume wässern oder nicht?

Selbst ein bereits geschlagener Tannenbaum ist in der Lage, Wasser aufzunehmen und von der Schnittkante bis hoch in die Krone zu transportieren. Somit ist zwar nicht mehr eine vollständige Versorgung mit Nährstoffen möglich, jedoch reicht dies dem Baum, noch einige Wochen zu überleben. Abhängig von der Größe des Christbaums ist der tägliche Wasserverbrauch, der zwischen einem halben Liter und vier Litern liegen kann. Daher empfiehlt es sich, jeden Tag den Wasserstand im Christbaumständer zu prüfen und eine ausreichende Wasserversorgung zu gewährleisten.

Manche Ständer besitzen eine praktische Anzeige des Wasserstands, die ein einfaches Ablesen ermöglicht. Vor allem für Fichten ist das das regelmäßige Gießen oder Wässern entscheidend für deren Frische, da diese Arten bei Feuchtigkeitsmangel schnell ihre Nadeln abwerfen.

Abzuraten ist generell von jeglichen Zusätzen, die ins Wasser gegeben werden wie z.B. Frischhaltemittel für Schnittblumen, Frostschutzmittel, Glyzerin, eine Kupfermünze oder Zucker. All diese Mittel haben laut zahlreichen Untersuchungen keinen positiven Effekt auf die Frische und Langlebigkeit des Weihnachtsbaums und sind teils sogar schädlich. Frostschutzmittel und Glyzerin können z.B. zu einer Verfärbung der Nadeln in Braun- oder Rottönen und im Wasser zur Bildung von Schimmelpilzen führen. Leitungs- oder Regenwasser sind völlig ausreichend, da der Baum in der Natur oder auf der Plantage nichts anderes bekommen hat und auch nichts anderes benötigt.

Tipp! Wer seinem Weihnachtsbaum etwas Gutes tun und ihn zusätzlich mit Wasser versorgen möchte, sollte dessen Zweige täglich von oben bis unten mittels eines Zerstäubers mit Wasser besprühen. Dabei sollte man allerdings vorsichtig zu Werke gehen, da man sonst Beschädigungen oder sogar Kurzschlüsse in der Elektrik der Lichterkette riskiert.

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