GartenRund ums HausSichtschutz im Garten – was eignet sich?

1. Februar 20191

Egal ob beim Essen mit der Familie, beim Grillen mit Freunden oder beim Sonnenbaden – etwas Privatsphäre möchte man haben und vor neugierigen Blicken geschützt sein. Da bietet sich ein Sichtschutz im Garten an. Doch was ist dabei erlaubt, wie hoch darf er sein und welche Materialien und Pflanzen eignen sich dafür? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Sichtschutz bietet folgender Bericht!

Sichtschutz im Garten – was ist erlaubt?

Die Regelungen zum Sichtschutz im Garten kann man dem Nachbarrecht sowie dem BGB entnehmen. In den Paragrafen §903 BGB bis §924 BGB ist geregelt, was in diesem Bereich erlaubt ist und was nicht. Die Nachbarschaftsregelungen sind jedoch Ländersache und damit je nach Bundesland sowie dem jeweiligen Bebauungsplan der Gemeinde oder der Stadt unterschiedlich geregelt. Alle Bundesländer abgesehen von Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben diese Regelungen, die Richtlinien für Hecken, Mauern und Zäune vorgeben.

Soll der Sichtschutz im Garten zudem als Grenze zum Grundstück des Nachbarn dienen, muss dieser dem Bauvorhaben zustimmen. Sind die Begrenzungsmöglichkeiten für das Grundstück nicht explizit in den Bebauungsplänen geregelt, gilt trotzdem Folgendes:

Die Begrenzung, also die Hecke, die Mauer oder die Hecke, muss sich nach der „ortsüblichen Einfriedung“ richten und darf das Gesamtbild der Straße oder des Viertels nicht negativ beeinträchtigen.

Generell unterscheidet man bei der Errichtung einer solchen Einfriedung zwischen toten und lebendigen Varianten des Sichtschutzes. Tote Varianten wären beispielsweise Mauern aus Stein oder Zäune aus Kunststoff. Lebendige Varianten sind beispielsweise Hecken aus verschiedenen Pflanzen. Um eventuellen Streitigkeiten mit dem Nachbarn vorzubeugen, sollte man daher neben den Gesetzen auch die Nachbarschaftsregelungen der Stadt berücksichtigen, in der man wohnhaft ist und eben die Erlaubnis des Nachbarn einholen.

Achtung: In Sonderfällen, wenn die Grundstücksgrenzen zwischen den Nachbarparteien per Gesetz als solche markiert werden müssen, müssen beide Parteien die Kosten für die Einfriedung übernehmen!

Wie hoch darf ein Sichtschutz im Garten sein?

Innerhalb der eigenen Grundstücksgrenzen kann jeder einen Sichtschutz im Garten bauen, wie es ihm beliebt, solange er sich an die gesetzlichen Regelungen hält. Geht es um einen Sichtschutz im Garten zum Nachbarn, also an der Grundstücksgrenze, ist das Vorhaben etwas komplizierter. Dann ist die Hecke, die Mauer oder der Zaun nicht nur als Sichtschutz zu sehen, sondern auch als Grenzeinrichtung, welche eine Markierung der Grenze zum Nachbarn darstellt.

Zwar sind Höhe und Abstände im Nachbarrecht und den Bebauungsplänen der Gemeinde geregelt, jedoch gibt es ein paar Größen zur groben Orientierung, auf die man sich einstellen kann. Üblicherweise dürfen der Sichtschutz bzw. die Einfriedung eine Höhe von 180 Zentimeter nicht überschreiten. Ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern zum Nachbargrundstück sollte dabei, falls nicht anders geregelt, eingehalten werden. In solchen Fällen muss lediglich der Nachbarn informiert werden und keine Benachrichtigung an das Bauordnungsamt erfolgen. Soll das Bauvorhaben lediglich als symbolische Grenze gelten, sind etwa 40-90 Zentimeter Höhe üblich.

Sichtschutz im Garten, Zaun und Sträucher
Besonders beliebt sind auch Kombinationen aus Zaun und Sträucher, bzw. Rankengewächse, welche optisch auch sehr ansprechend sein können.

Übersteigt die Höhe der Einfriedung die Grenze von 180 Zentimetern, gelten je nach Bundesland unterschiedliche Formeln zur Bemessung. In Baden-Württemberg gilt beispielsweise folgende Formel:

             Gesamthöhe -130 Zentimeter

Das heißt, wenn die Hecke, die Mauer oder der Zaun beispielsweise 230 Zentimeter hoch ist, muss der Abstand zum Nachbargrundstück mindestens 100 Zentimeter betragen.

Ebenfalls im BGB und dem Nachbarrecht geregelt ist der Pflanzabstand, wenn man Bäume oder Hecken als grüne Grenze bzw. Sichtschutz im Garten auf seinem Grundstück pflanzen möchte.

Als Faustregeln kann man sich folgende Vorgaben einprägen:

  • Bei Pflanzen bis zu 100 cm Höhe gilt ein Abstand von mindestens 25 Zentimetern
  • Bei Pflanzen ab 101 bis 150 cm Höhe gilt ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern
  • Hecken ab 151 Zentimeter sollten mindestens 75 Zentimetern vom Grundstück des Nachbarn entfernt sein
  • Bis 300 Zentimeter Höhe müssen Bäume und Hecken mindestens 100 Zentimeter Abstand einhalten
  • Bei Pflanzen bis 500 cm Höhe gilt ein Abstand von mindestens 125 Zentimetern
  • Ab einer Höhe von 1500 cm ist ein Abstand von mindestens 300 Zentimetern erforderlich
  • Pflanzen über 1500 Zentimeter Wuchshöhe müssen einen Mindestabstand von 600 Zentimetern zum Nachbargrundstück einhalten

Was eignet sich als Sichtschutz im Garten?

Sichtschutz im Garten aus Holz

Der Klassiker beim Sichtschutz im Garten ist ein Zaun aus Holz. Mit einem Holzzaun schützt man sich recht einfach und kostengünstig vor ungewollten Blicken und Eindringlingen. Da der Garten ein natürlicher Raum ist, passt Holz als Naturmaterial sehr gut dazu. Man sollte jedoch bedenken, dass Licht und Witterung mit der Zeit erheblichen Einfluss nehmen und das Holz sehr pflegebedürftig ist, wenn man eine schöne, gepflegte Optik erhalten möchte. Das Holz bildet durch diesen Einfluss eine natürliche Patina und wird grau. Vorteil bei Holz als Sichtschutz im Garten ist, dass es fertige Zaunelemente gibt, die man individuell nach eigenen Wünschen zusammenbauen und kombinieren kann.

So kann man, wenn man keine massive Holzwand möchte, eine Variante mit Sichtfenstern oder Lücken zur Bepflanzung wählen, um eine optische Auflockerung zu erzielen. Wer nicht allzu viel Zeit in die Pflege des Holzes investieren möchte, sollte vor dem Kauf die Art und Qualität des Holzes berücksichtigen. Diese Faktoren nehmen entscheidenden Einfluss auf die Funktionalität, die Optik und Stabilität des Sichtschutzes. Empfehlenswert sind beispielsweise Douglasie oder Lärche, da sie nicht behandelt werden müssen und sehr haltbar und robust sind. Zwar haben diese Hölzer einen im Vergleich höheren Preis, sind jedoch auch sehr langlebig, weshalb sich die teurere Investition auf Dauer relativiert.

Holzplanken können meist sehr einfach und kostengünstig als Sichtschutz verwendet werden.

Sichtschutz im Garten aus Metall

Eine moderne Lösung für den Sichtschutz im Garten ist die Variante aus Metall. Als beständiger, stabiler Schutz vor Blicken, Lärm und Wetter empfehlen sich Sichtschutzzäune aus Metall. Sie können individuell gestaltet werden und sind eine flexible, stilvolle und zeitlose Alternative zu Holzzäunen. Zum Einsatz kommen dabei unterschiedlichste Arten von Metall wie Aluminium, Edelstahl, Kupfer oder Zink. Diese kann man je nach gewünschter Optik und passend zum eigenen Garten, Grundstück oder Haus auswählen. Bei der Wahl von Konfigurationen und Montagesystemen hat man ebenfalls vielfältigen Spielraum. So kann man Materialkombinationen mit Betonstützen auswählen oder bei der Art der Befestigung variieren.

Der Clou an einem Sichtschutz aus Metall ist die Gestaltung der einzelnen Elemente mit einer persönlichen Note. So kann der Hersteller der Paneele nach einem vorgegebenen Entwurf arbeiten. Dabei kann er nicht nur das Raster je nach Wunsch dichter oder lockerer definieren, sondern auch verschiedenste Motive nach eigenen Vorlagen mittels Laserschneidtechnik anfertigen. Beliebt sind dabei florale Motive wie etwa die Umrisse diverser Pflanzen.

Häufig kommt auch sogenannter Cortenstahl als Material für den Sichtschutz zum Einsatz. Diese Art von Stahl ist ein Baustahl, der wetterfest ist. Besonderheit ist die rostige Schicht, die sich mit der Zeit bildet und als Schutz vor weiterer Durchrostung dient. Im Vergleich zu anderen Stahlarten ist der korrosionsbeständige Cortenstahl deutlich hitzebeständiger.

Sichtschutz im Garten aus WPC

Das Material WPC ist sehr gut für einen Sichtschutz im Garten geeignet, da er sehr langlebig und zugleich pflegeleicht ist. Die Abkürzung steht für Wood-Plastic-Composite, auf Deutsch so viel wie Holz-Kunststoff-Verbundstoff. Das ist ein Materialverbund, der thermoplastisch verarbeitet wird und aus Holz, Kunststoff und weiteren Zusätzen in verschiedenen Anteilen besteht. Zwar nehmen Feuchtigkeit, Hitze, Kälte, Licht und Pilzbefall Einfluss auf das Material, aber WPC ist im Vergleich zu Naturholz die wesentlich beständigere Variante als Sichtschutz im Garten. Ein weiterer Vorteil des WPC ist, dass das Material in unterschiedlichster Holzoptik erhältlich ist und daher optisch ansprechend gestaltet werden kann.

Sichtschutz im Garten aus Stein

Eine natürliche Alternative zu Holzzäunen als Sichtschutz im Garten sind Mauern aus Stein oder Stelen aus Granit. Sie sind absolut blickdicht und äußerst haltbar. Wie jedes Naturmaterial verwittert auch Stein mit der Zeit und verändert seine Optik durch Sonnenlicht und Witterung. Zwar sind Natursteine sehr dekorativ, in unterschiedlichsten Farben und Formen erhältlich und geeignet für eine natürliche Gartengestaltung, jedoch auch recht kostenintensiv als Sichtschutz. Daher haben sich sogenannte Gabionenzäune als preiswertere Alternative etabliert.

Sieht man immer häufiger: In Gabionen werden viele Steine aufgetürmt, welche als Sichtschutz gelten. Sieht sehr schön aus, ist aber eine aufwendige Angelegenheit.

Gabionen sind Drahtkörbe, die mit Natursteinen gefüllt sind. Je nach Breite werden sie mit oder ohne Stützen aufgebaut. Wer Platz hat, kann auf breitere Körbe zurückgreifen, die in der Regel ohne Stützen auskommen. Das Drahtgeflecht ermöglicht zudem zahlreiche Möglichkeiten zur Dekoration, die je nach Belieben angebracht werden können. Um die Optik etwas aufzulockern, kann man auch Durchgänge einplanen, in denen man Platz für Grünpflanzen lässt oder in die man eine Tür als Zugang einbaut.

Welche Pflanze eignet sich als Sichtschutz im Garten?

Beim Sichtschutz im Garten mit Pflanzen unterscheidet man nochmals zwischen lebendigen und toten Varianten. Als lebendige Varianten werden natürlich gewachsene Bäume, Hecken und Sträucher bezeichnet. Tote Varianten bestehen aus Pflanzenteilen, die zu Sichtschutzmatten verarbeitet sind. Üblicherweise findet man in diesem Bereich Sichtschutzzäune aus Bambus, Farn, Heidekraut, Rinde oder Schilfrohr. Neben Rattangeflechten eignen sich auch Vollholzruten aus Haselnuss und Weide als Elemente eines Sichtschutzzauns. Allerdings sollte man bedenken, dass diese Elemente aus toter Biomasse mit der Zeit einem natürlichen Prozess der Verrottung unterliegen.

Wer es lieber lebendig mag, greift auf Grünpflanzen als Sichtschutz im Garten zurück. Sie vermitteln einen natürlichen Eindruck und sind bei geschickter Auswahl und Platzierung recht pflegeleicht. Daher an dieser Stelle nur der Hinweis, dass Hecken Lebensraum und stete, artgerechte Pflege brauchen. Neben typischen Heckenpflanzen wie Buchsbaum, Eibe, Efeu, Kirschlorbeer, Liguster oder Thuja, die meist mehrere Jahre benötigen, bis die eine blickdichte Hecke bilden, kann man auch hier auf Bambus zurückgreifen. Entscheidender Vorteile ist der schnelle Wuchs, sodass man bereits nach einer Saison eine ganzjährig blickdichte Hecke als Sichtschutz hat und die lockere, wenige massive Optik. Wenn man eine eher klassisch-grüne Optik möchte, kann zum Bambus zusätzlich Efeu pflanzen.

Der Klassiker schlechthin: Sträucher, Hecken und diverse Pflanzen sind in Sachen Sichtschutz immer noch am beliebtesten. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Sieht gut aus, ist natürlich und gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen.

Sichtschutz im Garten zum Ausrollen

Wenn man etwas länger Zeit hat, kann man auch einen Maschendrahtzaun setzen und den Efeu daran hochranken lassen. Sein Vorteil gegenüber Hecken aus Laubhölzern ist, dass man in nicht so häufig stutzen und in Form bringen muss. Lediglich einmal pro Jahr sollte man ihn an erforderlichen Stellen etwa zurechtstutzen und kürzen. Als flexible Lösung für schnellwachsende Kletterpflanzen eignen sich Rankkästen, die man als Sichtschutz zum Ausrollen verwenden kann. Diese kann man individuell nach eigenen Vorstellungen im Garten auslegen und begrünen kann.

Eine attraktive, aber platzraubende Lösung für den Sichtschutz im Garten sind freiwachsende Blütensträucher, die mit ihren Farbenfreude etwas Abwechslung bieten. Prächtige Beispiele sind Forsythie, Flieder und Schneeball, die sehr ausladend im Wuchs sind, aber auch schnell eine ausreichende Höhe als Sichtschutz erreichen.

Wer es etwas lockerer mag und etwas Abwechslung in die eintönige Gestaltung des Sichtschutzes bringen möchte, kombiniert mehrere Varianten und lässt Platz für Durchgänge. So erreicht man eine weniger massive und strenge Wirkung als mit einem Pflanzen- oder Zauntyp und kann z.B. andere Bereiche des Gartens aufgrund der Durchgänge wie etwa einem Rosenbogen besser erreichen.

Tipp: Als Übergangslösung, wenn die Hecke sich noch im Wuchs befindet und die jungen Sträucher noch nicht dicht genug wachsen, kann man dahinter eine Sichtschutzmatte aus Bambus, Rattan oder Schilfrohr anbringen. Ist die Hecke dicht und groß genug, um eigenständig als Sichtschutz im Garten zu fungieren, kann man den Zaun recht einfach und schnell wieder entfernen.

 

1 Kommentar

  • Neeltje Forkenbrock

    1. April 2019 um 12:43 Uhr

    Interessant von dem Begriff der ortsüblichen Einfriedung zu lesen. Ich verstehe, dass der Blickschutz das Gesamtbild der Straße nicht negativ beeinflussen soll. Aber, welche Richtlinien es in der Praxis zu beachten gibt, geht daraus nicht so richtig hervor.

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