Rund ums HausBrandschutz in den eigenen vier Wänden – Das ist zu beachten!

12. September 20181

Im eigenen Heim sollte bereits beim Einzug auf einen entsprechenden Brandschutz geachtet werden, um das eigene Hab und Gut und vor allem die eigene Gesundheit zu schützen. Alles zu diesem Thema, sowie notwendige Maßnahmen lesen Sie im Folgenden.

Wie sieht es mit Brandschutz in Deutschland aus?

Deutschland liegt im Vergleich mit anderen Ländern beim Brandschutz sehr weit hinten. Nur rund sieben Prozent aller Haushalte haben Rauchmelder in den Wohnräumen. In anderen Ländern, wie Großbritannien oder Schweden sind es rund 70 Prozent aller Haushalte. Daraus resultieren auch mehr Vorfälle: Rund 200.000 Brände werden jährlich in Deutschland gemeldet, circa 600 Menschen kommen dabei ums Leben. Vier Fünftel dieser Brände sind Privathaushalte und ein Drittel der Todesfälle Kinder.

Die Gesetzeslage ist im Privatbereich auch sehr undurchsichtig. Zum einen ist die Gesetzgebung in diesem Fall Sache der Länder, was keine allgemeine Aussage zum Brandschutz ermöglicht. Zum anderen sind die Vorschriften bei Einfamilienhäusern sehr gering und werden kaum überprüft. Erst wenn es um größere Mehrfamilienhäuser geht werden die Eigentümer in die Verantwortung gezogen.

Diese Brandschutz Maßnahmen sind hilfreich

Bereits bei der Konzeption des Eigenheims ist es wichtig, auf den Brandschutz zu achten. Ein geeignetes Brandschutz Konzept kann hier Wunder wirken. Alle Baumaterialen wie Steine, Ziegel und ähnliches sind sogenannten Brandschutz-Klassen zugeordnet. Die Brennstoff-Klassen A1 und A2 bezeichnen nicht brennbare Stoffe, welche aber Anteile von brennbaren Stoffen haben können. Ein Beispiel hierfür sind Dämmstoffe. Die Klassen B1 bis B3 beschreiben dagegen schwer bis leicht entzündliche Stoffe wie Parkettböden, Kunststoffe oder Holz.

Aber selbstverständlich sind nicht nur Bau- und Werkstoffe nötig, um für einen umfassenden Brand- und Feuerschutz zu sorgen. Auch andere Hilfsmittel und Angewohnheiten sind hier sehr wichtig und können frühzeitig vor einem Feuer warnen, für Prävention sorgen oder bei ersten Gegenmaßnahmen helfen.

  • Rauchmelder / Feuermelder: Mit Rauchmeldern im Wohnraum werden bereits frühzeitig entstehende Brände oder Rauchentwicklungen entdeckt. Dadurch können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden oder zumindest die eigene Unversehrtheit gesichert werden. Es sollte sich in jedem Schlafzimmer, Wohnbereich und Flur ein Rauchmelder befinden. Ebenso gibt es passende Feuermelder für Küche und Bad. Rauchmelder sollten immer zentral in der Mitte eines Raumes an oberster Stelle angebracht werden.
  • Feuerlöscher: Es sollte sich in jedem Stockwerk mindestens ein Feuerlöscher befinden. Diese sollten leicht zugänglich und schnell einsatzbereit sein. Je nach Belieben empfehlen sich hier diverse Schaumlöscher oder Pulverlöscher. Diese sollten mindestens gegen die Brandklassen A, B und C eingesetzt werden können.
  • Löschdecken: Auch Löschdecken eignen sich für den Brandschutz. Diese können beispielsweise bei Fettbränden eingesetzt werden und sind deswegen in der Küche ein sehr beliebtes Hilfsmittel um schnell gegen ungewollte Brände vorzugehen.
  • Fluchtwege: Fluchtwege und Treppenhäuser sollten aus jedem Bereich der Wohnung einfach und ohne große Umwege zu erreichen sein. Es empfiehlt sich eine Durchsicht aller Räume im Hinblick auf den schnellsten Fluchtweg nach draußen.
  • Elektronische Geräte immer ausschalten: Zur eigenen Sicherheit empfiehlt es sich, alle elektronischen Geräte immer vom Netz zu trennen. Hierzu eignet sich eine Mehrfachsteckdose mit Kippschalter, alternativ empfiehlt es sich, einfach den Netzstecker zu ziehen. Beim Kauf von Elektrogeräten ist es wichtig, stets auf das VDE-Prüfzeichen zu achten!
  • Steckdosen nicht überlasten: Es sollten nicht zu viele Geräte an einer Steckdose bzw. an einem Mehrfachstecker angeschlossen werden. Es sind hier etwa 2500 Watt pro Steckdose, die man nicht überschreiten darf.

Mit Hilfe dieser Maßnahmen ist die Sicherheit im eigenen Haushalt bereits deutlich erhöht.

Brandschutz: Sind Rauchmelder in Deutschland Pflicht?

Die Rauchmelderpflicht ist in Deutschland schon seit einigen Jahren beschlossene Sache. Es ist zwar in jedem Bundesland geregelt, welche Bauten ihre Rauchmelder wo anbringen müssen, dennoch besteht eine Pflicht unter verschiedenen Voraussetzungen deutschlandweit. Rauch- und Feuermelder sind Pflicht in folgenden Bauten:

  • Wohnhäuser und Wohnungen
  • Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung
  • Freizeit- und Ferienwohnungen
  • Gartenlauben und Hütten
  • Containerbauten

In folgender Tabelle können die entsprechenden Rauchmelder Gesetze für alle Bundesländer entnommen werden:

BundeslandRauchmelderpflicht für Bestandshäuser abRauchmelderpflicht für Neubauten ab
Baden-Württemberg20152010
Bayern20182007
Berlin31.12.20202017
Brandenburg31.12.202001.06.2016
Bremen20162009
Hamburg20112005
Hessen20152005
Mecklenburg-Vorpommern20102006
Niedersachsen20162012
Nordrhein-Westfalen20172013
Rheinland-Pfalz12.07.20122007
SaarlandNoch kein Beschluss2004
SachsenNoch keine Pflicht2016
Sachsen-Anhalt20162009
Schleswig-Holstein20112004
Thüringen20192008

Aber egal ob Pflicht oder nicht, zur eigenen Sicherheit und zum Schutz vor hohen Kosten sollten Rauchmelder und alle anderen umfangreichen Maßnahmen zum Brandschutz eine Selbstverständlichkeit sein.

 

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1 Kommentar

  • Neeltje Forkenbrock

    21. März 2019 um 10:13 Uhr

    Den Tipp elektronische Geräte immer auszuschalten befolge ich schon seit frühster Kindheit. Wir haben gerade ein Haus gebaut und würden uns gerne effektiv vor Bränden schützen. Brandschutztüren haben wir schon einbauen lassen, vielleicht könnten wir noch kostengünstig ein paar Löschdecken anschaffen.

    Antworten

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